Eine rasante Erfolgsgeschichte mit Nebenwirkungen: Goodgame Studios

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Goodgame EmpireGoodgame Studios in Hamburg hat sich seit seiner Gründung im Juni 2009 innerhalb von vier Jahren, zum am schnellsten wachsenden Spieleunternehmen in Europa aufgeschwungen. Fast 350 Mitarbeiter arbeiteten für das Studio, das sich auf Social Online Games wie z.B. „Goodgame Big Farm“ spezialisiert hatte.

Weltweit spielten 2012 über 112 Millionen Menschen die Social Online Games von Goodgame – ein Erfolg, der den Gründern zu Kopf stieg. Die rasante Entwicklung des Unternehmens wurde durch zahlreiche Auszeichnungen gewürdigt, unter anderem konnte man sich als “Entrepreneur des Jahres 2011” behaupten. Das Spiel „Goodgame Empire“ erhielt 2012 sowohl den “European Games Award” als auch den “BÄM! Award”.

Noch bis Ende 2013 wollte Goodgame Studios sich auf 800 Mitarbeiter vergrößern, um diese spannende Erfolgsgeschichte fortzuschreiben. Am Ende waren es 1.200 – doch dann kam der Knatsch. Denn wie in jedem Unternehmen einer solchen Größenordnung stellten Mitarbeiter bald die Frage, warum sich der finanzielle Erfolg der Firma nicht auf der eigenen Gehaltsabrechnung abbildete. Fitnessraum und Swimmingpool reichten nicht mehr aus, um die Mitarbeiter bei der Stange zu halten. Die waren wohl vom Arbeiten zum Mindestlohn nicht so recht begeistert. Ein Betriebsrat sollte her und das wollte man, wie es scheint, bei G gerne verhindern. Bereits im November 2015 kam es zu ersten Entlassungen, die vor allem die „engagierten“ Mitarbeiter“ betrafen (Hintergründe zu diesen Kündigungen lest ihr hier: http://www.gulli.com/news/27770-betroffener-der-goodgame-studios-kuendigungen-spricht-klartext-2016-08-16).

Doch dabei sollte es nicht bleiben: Im August 2016 und im Januar 2017 folgten weitere, massive Kündigungen bei Goodgame Studios, die vor allem anderen davon zeugten, wie es um den Führungsstil der beiden Chefs Kai und Christian Wawrzinek bestellt ist: miserabel.

2016 wurde zunächst, laut „Hamburger Morgenpost“ nur die Mitarbeiter informiert, die ihren Job nicht verlieren würden. Sie seien, so hieß es, „wertvoll für das Unternehmen“. Dass nach dieser Aktion der langfristig Unternehmenserfolg ausgeblieben ist, dürfte kaum jemanden wundern. Die nächste Kündigungswelle folgte – wesentlich diskreter – im Januar 2017.  Das Fazit: Von den zu Hochzeiten bei Goodgame Studios angestellten 1.200 Mitarbeitern sind aktuell gerade mal 350 übrig geblieben – die Größe der Anfangsjahre. Ob es weiter bergab geht? Bleibt abzuwarten. Durch besonders hohe Motivation dürfen die verbleibenden Gamedevs jedenfalls nicht getrieben werden.

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